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Als NAX-Pate aktiv in Indien

ERFAHRUNGSBERICHT EINES INTERNATIONAL ERFOLGREICH TÄTIGEN BÜROS: Fragen an Dipl.-Ing. Angela Kreutz (AK), Partnerin bei Blocher Partners

© Bernd Kammerer

Angela Kreutz

 

NAX: Liebe Frau Kreutz, blocher partners realisiert als erfolgreich international tätiges Büro u.a. in Indien, wo Sie auch eine Niederlassung gegründet haben. Welche Projekte realisieren Sie aktuell in Indien und wie konnten Sie es akquirieren?

AK: Wir realisieren zurzeit viele Projekte gleichzeitig – und zwar aus allen Bereichen, von der Privatresidenz über die Hospitality bis hin zu Geschäftsgebäuden. Unser jüngstes Projekt ist eine Familienresidenz in Delhi, wo – wie oft in Indien – drei Generationen unter einem Dach leben.

 

© Harshan Thomson

Private Residence, Ahmedabad

 

In der Hauptstadt sind wir zudem gerade mit einer Mall inklusive Multiplex Kino beauftragt worden. In Ahmedabad steht das Bürogebäude-Ensemble Mondeal Heights gerade vor der Vollendung. Damit setzten wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der HN Safal Group fort, für die wir bereits das Landmark Building Mondeal Square und den Mondeal Retail Park realisieren durften. Außerdem planen wir eine weitere Privatresidenz für eine indische Großfamilie, die aufgrund des bereits fertig gestellten Wohnprojekts auf 1.800 Quadratmetern in Ahmedabad auf uns aufmerksam wurde. Weitere Projekte sind das Bürogebäude Marvel Artiza, das ganz auf Nachhaltigkeit setzt und diesen Anspruch mit einer begrünten Fassade auch nach außen trägt, sowie Holistic Health Care Resort in Tamil Nadu und die Campus-Erweiterung einer Privat-Universität in Pune. Auch durch Wettbewerbe kommen wir zu neuen Aufträgen; derzeit bestreiten wir die Competition für ein über 300.000 Quadratmeter großes mischgenutztes Quartier.

 

© Blocher Blocher Partner

Mondeal Square, Ahmedabad

 

NAX: Wie werden Sie als deutsches Architektur- und Planungsbüro in Indien wahrgenommen? Gibt es eine bestimmte Erwartungshaltung an Sie?

AK: Als indische Tochtergesellschaft eines deutschen Unternehmens werden an uns gewisse Erwartungen verknüpft, die sich an typischen Tugenden wie Pünktlichkeit, Genauigkeit und Effizienz orientieren aber auch an Innovation, Ingenieurskunst und globaler Offenheit. Selbstredend wollen wir diesen Erwartungen gerecht werden. Entsprechend schulen und trainieren wir auch unser indisches Team. Kurzum: Wir vereinen das Beste aus beiden Welten. Und das kommunizieren wir auch so.

 

NAX: Können Sie uns etwas über die Baurealität in Indien berichten? Wie unterscheiden sich die Zusammenarbeit von Architekt, Bauherr / Behörde dort, wie die Planungs- und Prozessabläufe (Erfahrungsbericht)? Wie stellen Sie sich auf die interkulturellen Herausforderungen und die wirtschaftlichen sowie politischen Unterschiede ein? Was sind die größten Hürden?

AK: Natürlich ist die Baurealität in Indien eine andere als in Deutschland. Aber am Ende des Tages ist es doch so: Ob hier oder da, es können immer mal Probleme auftreten. Darauf stellen wir uns dann ein.

NAX: Sehen Sie in Indien Potential und Chancen für weitere Projekte, die deutsche Planer umsetzen könnten? Was raten Sie Kolleginnen und Kollegen, die sich im Ausland bzw. in Indien etablieren möchten?

AK: Die Chancen für weitere Projekte durch deutsche Planer sind sicherlich da, deutsche Expertise ist hoch geschätzt.  Wie in anderen Ländern auch, ist die wesentliche Voraussetzung, sich auf die Kultur einzulassen. Und in Indien ist es sehr wichtig zu lernen, wie Kommunikationsprozesse laufen und welches Ja ein tatsächliches Ja ist und welches Ja ein Nein bedeutet.

NAX: Ein spannendes Land! Dann wünschen wir Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Realisierung Ihrer Projekte in Indien. Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten!