Als NAX-Pate aktiv in Polen

Erfolgreich auch in Polen: NAX-Pate RKW - Rhode Kellermann Wawrowsky, Architektur + Städtebau

B. Wawrzyniak-Manko

© RKW

B. Wawrzyniak-Manko

 

Interview mit Bozenna Wawrzyniak-Manko (M. Sc. Dipl. Ing. Architektin)
 

NAX: Ihre Bürogemeinschaft entwickelt seit über 10 Jahren Projekte auch in den osteuropäischen Ländern. In Polen haben Sie u.a. die mehrfach ausgezeichnete PGE-Arena in Danzig gebaut – was ist bei diesem Projekt für Sie „Made in Germany“? Welche Erfahrungen haben Sie als deutsches Büro vor Ort gemacht?

BW-M: Polen ist heute ein modernes europäisches Land mit vielen Stärken und Potentialen und immer besser werdender Infrastruktur, die in vielen Bereichen die westeuropäischen Standards übertrifft. RKW hat sehr gute Erfahrungen vor Ort gemacht, vor allem auf Ebene der fachlichen Zusammenarbeit.

Die Entwurfsplanung des Stadions PGE-Arena in Danzig unter Berücksichtigung der für solche Bauten spezifischen Detaillösungen - die sich zum Teil in anderen modernen Stadionprojekten in Deutschland bewährt haben – kann sicher als eine Leistung „made in Germany“ betitelt werden. Dazu zählen außerdem u.a. der Bodenaufbau unter dem Spielfeld, ökologische Lösungen zum Regenwassermanagement oder die Sicherheitssysteme. Auch das Konzept der Tragwerksplanung ist in Zusammenarbeit mit deutschen Ingenieuren entstanden.
 

NAX: Welche Potentiale und Chancen für deutsche Architekten sehen Sie in Polen / in den osteuropäischen Ländern?

BW-M: Aufgrund des sehr hohen technischen Knowhows und der Tatsache, dass in Deutschland im Prinzip "schon alles gebaut ist", kann dieses Wissen und die Praxiserfahrung in Polen und auch im osteuropäischen Raum sehr gut eingebracht werden.

In Polen wird in allen Bereichen noch sehr viel entwickelt und gebaut, dies betrifft sowohl private Bauvorhaben, als auch große, internationale öffentliche Projekte. Investoren kommen mit interessanten, anspruchsvollen Objekten auf uns zu, wie z.B. Hochhäuser, Sportstätten, Bahnhöfe oder auch Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Hier bestehen gute Chancen für deutsche Architekten bei ähnlichen Arbeitsweisen und Standards wie in Deutschland.

NAX: Welche Ratschläge können Sie deutschen Architekten mit auf den Weg geben, die dort bauen wollen?

BW-M: Wir empfehlen - und wir haben selbst in den letzten 10 bis 15 Jahren gute Erfahrungen damit gemacht - eine Partnerschaft mit einem lokalen Architekturbüro. Diesem sind die Gegebenheiten, das Verwaltungswesen / die Behörden, andere Baurichtlinien und /-vorschriften, aber auch die Mentalität vor Ort vertraut.

 

NAX: Vielen Dank, liebe Frau Wawrzyniak-Manko, und weiterhin viel Erfolg in Polen!

 

Nachfolgend einige Informationen zu weiteren Projekten von RKW in Polen:

„Kieselsteine“ neben PGE Arena in Danzig- Konzept

© RKW

„Kieselsteine“ neben PGE Arena in Danzig- Konzept

 

Die „Kiesel“ neben der PGE-Arena Danzig

Die PGE-Arena in Danzig befindet sich in einem noch wenig besiedelten Stadtgebiet, dessen städtebauliche Entwicklung mit dem Bau einer neuen Schnellstraße und der damit verbundenen guten Anbindung zum Zentrum jedoch vorangeht. Teil dieser weiteren Definition des Stadionareals und damit auch des Stadtgebietes ist ein RKW-Entwurf, der fünf Gebäude parallel zur Schnellstraße vorsieht. Sie werden die Form von „Kieseln“ annehmen und ein Teil des Ensembles „Bernsteinstadion und Kiesellandschaft“ sein. Am Anfang März wurde dieses Projekt auf der MIPIM in Cannes vorgestellt.

 
Titel: Speicherinsel Danzig

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Speicherinsel Danzig

 

Wettbewerbsgewinn Speicherinsel Danzig

Der 2-stufige Investorenwettbewerb wurde unter zwei Bewerbern ausgetragen. Die Bearbeitungszeit betrug insgesamt ca. 1 Jahr. Im März fiel die Entscheidung für das Konzept eines Konsortiums, dessen Auftraggeber RKW ist, gefolgt vom Vertragsabschluss zwischen der Stadt Danzig und dem Konsortium. Die Fertigstellung des Projektes ist für ca. 2024 vorgesehen.



Die Bebauung der Speicherinsel in Danzig gehört zu den attraktivsten städtebaulichen Projekten in Polen. Beispielhaft steht die historische Altstadt Danzigs nicht nur für die Idee sondern auch für den Erhalt der europäischen Stadt. Die gestalterische Leitidee des Entwurfskonzeptes ist es, die skulpturale Qualität der neuen Speicherstadt stark herauszuarbeiten. Form, Proportion, Materialität und Farbigkeit des Entwurfs sind auf der Basis der früheren Speicherstadt und ihrer leider wenigen noch erhaltenen Teile weiterentwickelt worden. Ziel ist es, den Kontrast zwischen historischer Hansestadt und neuer Speicherstadt so aufeinander abzustimmen, dass sich beide gegenseitig in ihrer Wirkung steigern.