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NAX Report 01/19: NAX Report 01/19: AHK Kolumbien: Bauen in Kolumbien

Bauen in Kolumbien: Geschäftschancen bei nachhaltigen Bauprojekten für deutsche Architekten

Kolumbien ist vielen vor allem als landschaftlich beeindruckendes Reiseland mit einer blutigen Bürgerkriegsvergangenheit bekannt. Von dieser erholt sich auch die Wirtschaft des Landes nur langsam. NAX hat mit Thorsten Kötschau von der Auslandshandelskammer Kolumbien (AHK Kolumbien) in Bogotá über die Aussichten für die Baubranche und Geschäftschancen für deutsche Architekten und Ingenieure gesprochen.

 

© AHK Kolumbien

Thorsten Kötschau, Hauptgeschäftsführer AHK Kolumbien

 

NAX: Herr Kötschau, laut Germany Trade und Invest (GTAI) steckt der Hochbau in Kolumbien in einer Krise: Im letzten Jahr ist das Bauvolumen um 6,3% zurückgegangen, für 2019 erwarten Branchenkenner jedoch eine Erholung der Bauwirtschaft. Der Beitritt Kolumbiens zur OECD Mitte 2018 und die Wahl des Konservativen Iván Duque zum Präsidenten trügen zur Stabilisation des Landes bei. Teilen Sie diese Ansicht?

 

Kötschau: Diese Ansicht teile ich auf jeden Fall. Vor allem der Beitritt Kolumbiens zur OECD hat zu einem größeren Vertrauen in die kolumbianische Wirtschaft geführt. Zudem hält das Wahlprogramm des Präsidenten Vorteile für Unternehmer bereit. Mit Steuersenkungen für Unternehmen möchte Präsident Duque zum Beispiel ein weiteres Wirtschaftswachstum begünstigen.           

NAX: In welchen Bereichen sehen Sie Geschäftschancen für deutsche Architekten und Ingenieure?

Kötschau: Für deutsche Architekten und Ingenieure sehen wir vor allem Geschäftschancen bei nachhaltigen und umweltfreundlichen Bauprojekten. Vor allem bei Neubauten wird zum Beispiel ein ressourcensparender Baustil immer wichtiger. In Kolumbien fehlt es hierfür aber oft noch an Expertise und Technologie, um Projekte auf diese Weise zu realisieren.

Es bestehen zudem Möglichkeiten im Bereich der Mobilität. Das Metroprojekt Bogotá, der Bau einer Regiotram- sowie neue Zugstrecken werden öffentlich ausgeschrieben. Deutschland hat bedeutende Unternehmen in diesem Bereich, die über ein enormes Wissen, große Erfahrung und moderne Technologien verfügen, die in Kolumbien eingesetzt werden könnten, und so zu einer besseren Mobilitätsinfrastruktur beitrügen.

NAX: Für deutsche Unternehmen kann der südamerikanische Markt nicht nur wegen der sprachlichen Barriere eine Herausforderung sein. Welche Voraussetzungen muss ein Architektur- oder Ingenieurbüro erfüllen, um in Kolumbien tätig werden zu können? Bedarf es einer besonderen Zulassung um in Kolumbien als Architekt oder Ingenieur zu arbeiten?

Kötschau: Einer besonderen Zulassung bedarf es nicht. Ausländische und kolumbianische Unternehmer konkurrieren zumeist unter denselben Bedingungen. In einigen Fällen kann dies jedoch abhängig von den Leistungsbeschreibungen und den Spezifikationen der Ausschreibung unterschiedlich sein. Der Bausektor ist stark umkämpft. Aufgrund der großen Konkurrenz ist beim Markteinstieg immer der Zusammenschluss mit einem kolumbianischen Partner zu empfehlen. Auf diese Weise entstehen keine Probleme aufgrund mangelnder Vorkenntnisse oder Kundenbeziehungen auf dem kolumbianischen Markt. Auch die Sprache ist eine Herausforderung. Jedes Architektenbüro in Kolumbien sollte mindestens eine/n spanischsprachige/n Mitarbeiter/in haben.

NAX: Haben Sie Tipps zur Markterschließung für Architekten mit wenig Vorkenntnissen über die kolumbianischen Bauwirtschaft?

Kötschau: Wie bereits erwähnt, ist es ratsam, sich nicht ohne entsprechende Kontakte oder einen kolumbianischen Partner in Kolumbien geschäftlich zu bestätigen. Die AHK bietet u.a. die Dienstleistung der Geschäftspartnervermittlung an, um Kontakte mit ausgewählten, potenziellen Partnern zu vermitteln. Zu empfehlen ist darüber hinaus die Teilnahme an lokalen Messen, um auf diesen mit kolumbianischen Unternehmen in Kontakt zu kommen und sich über aktuelle Trends und Bedürfnisse der Branche zu informieren. Das BMWi bietet zudem regelmäßig die Teilnahme an Markterschließungsprogrammen an, was beispielsweise für das Kennenlernen des kolumbianischen Marktes eine ideale Gelegenheit darstellt.

NAX: Haben Sie vielen Dank für diese Einschätzungen, Herr Kötschau!

Bei Fragen können sich deutsche Unternehmen unter folgendem Kontakt an die AHK Kolumbien wenden:
Deutsch-Kolumbianische Industrie-und Handelskammer / AHK Kolumbien
Carina Batz
Cra. 13 # 93-40, 4. Stock
Bogotá, Kolumbien
Tel.: +57(1) 6513777
carina.batz@ahk-colombia.com

Mehr Hintergrundinformationen der GTAI zur Entwicklung der Baubranche in Kolumbien in 2019 finden Sie hier.

 
 

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