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Nax went China II Roundtable Tongji

03.11.2018 Roundtable "SUSTAINABLE URBAN RENEWAL" Tongji University

© NAX, Fotografin: LI Xin

Roundtable "SUSTAINABLE URBAN RENEWAL" Tongji University

 

Der zweite Teil der Reise führte die Teilnehmer der NAX-Delegation nach Shanghai an die Tongji Universität. Hier lud das Netzwerk Architekturexport NAX in Zusammenarbeit mit dem CAUP (College of Architecture and Urban Planning at Tongji University) Architekten, Planer und weitere Experten zu einem Round Table zum Thema „Sustainable Urban Renewal `From Macro to Micro´“. Knapp 30 Teilnehmer folgten der Einladung in das Chinesisch-Deutsche Innovations-Lab und diskutierten fünf verschieden Fragestellungen zum Thema anhand von Kurzvorträgen sowie aktiv an verschiedenen Thementischen.

 

Sebastian Schlecht (Projektmanager „Grüne Hauptstadt Europas - Essen 2017“ und Citymaker) startete den Vormittag mit seinem Vortrag „Von Grau zu Grün“, in dem er von dem Strukturwandel der Stadt Essen von einer Kohle- und Stahlstadt zu eine der grünsten Städte in der Metropolregion Ruhr berichtete. 2017 wurde Essen mit dem Titel „grüne Hauptstadt Europas“ ausgezeichnet. Er stellte Lösungsansätze, wie beispielsweise die Renaturierung und Rekonstruktion des Emser Pfads (Flusslaufes), vor.

 

© NAX, Fotografin: LI Xin

Round Table "Urban Regeneration" Tongji University: LI Ran vom NAX-Patenbüro Rhinescheme

 

LI Ran vom NAX-Patenbüro RhineScheme widmetet sich in ihrem Vortrag der Frage, wie man urbane Gebiete zu neuem Leben erwecken kann. Anhand von mehreren Beispielen, wie u.a. dem neuen kulturellen Zentrum der Litang Area in Tianjin, beschrieb sie Lösungsansätze und stadtplanerische Herangehensweisen. In Litang war es städtebauliches Ziel, einen kulturellen Bezirk von internationalem Rang zu schaffen, bestehende Museen und Theater zu integrieren und eine Reihe neuer kultureller und öffentlicher Einrichtungen einzubeziehen, die die Urbanität der Stadt positiv verändere.

 

© NAX

Round Table "Urban Regeneration" Tongji University

 

Der wichtige Frage „Wie sieht die Zukunft des Wohnens aus und was bedeutet das für die Gesellschaft?“ stellte Christian Kuhna von der Urban Society Design Consultancy. Wie kann man mit Problemen und Herausforderungen der modernen Gesellschaft, wie Stress, Einsamkeit und Trennung von der Familie, umgehen? Er stellte einen möglichen Lösungsansatz vor, welcher vorsieht, mehr Räume für funktionierende Gemeinschaften zu schaffen, ältere Leute mit einzubeziehen und eine Wohnform zu entwickeln, die einer „menschbezogenen“ Gesellschaft nahekommt. Das Ergebnis ist eine generationsübergreifende Wohnform, in der Familien, ältere Menschen und junge Arbeitende unter einem Dach leben und einen gemeinsamen Alltag teilen. Ein Pilotprojekt in Shanghai, das seine Ideen und Vorstellungen umsetzen soll, ist bereits auf dem Wege.

 

Prof. DONG Nannan vom College of Architecture and Urban Planning (CAUP) an der Tongji University stellte in seinem Vortrag die verschiedenen Möglichkeiten des „urbanen Grüns“ vor und widmete sich der Frage, wie man innovativ und gleichzeitig produktiv urbane Räume gestalten bzw. Gebäude bepflanzen kann. Anhand mehrerer Beispiele, u.a. dem begrünten Dach einer Universität, eines Shopping Centers und eines historischen Gebäudes, beschrieb er eindrucksvoll, wie umfangreich und vielschichtig vertikale Begrünung gelingen kann.

 

© NAX, Fotografin: LI Xin

Round Table "Urban Regeneration" Tongji University

 

An vier Tischen wurden anschließend die Fragestellungen aus den Vorträgen noch einmal in kleinen Teams erörtert und diskutiert. Vor allem die Möglichkeit sich mit den unterschiedlichen Perspektiven des „grünen Designs im großen Stil“ zu beschäftigen und das „große Ganze“ dabei im Blick zu haben wurde an Tisch 1 („Von Grau zu Grün“) begrüßt.

An Tisch 2 („Wie können  urbane Gebiete zu neuem Leben erweckt werden?“) wurde über die vielschichtigen Aspekte diskutiert, eine Stadt oder einen Stadtteil aufzuwerten. Neben dem Nutzen eine urbane und mit viel Grün und Natur aufgewertete Umgebung zu schaffen, spiele das gesellschaftliche Gefüge eine sehr großen Rolle für die Wertigkeit eines Stadtteils. In einer Gesellschaft, in der eher Misstrauen als Vertrauen herrsche, und die sich so schnell entwickle wie die chinesische Gesellschaft, wird sich auch das zukünftige Zusammenleben ändern.

In welcher Form dies geschehen kann, wurde am 3. Tisch besprochen. Vor allem Vertrauen aufzubauen, persönliche Dinge und Erfahrungen zu teilen und sich mit seinen Nachbarn und der Stadt zu verbinden würden die Lebensqualität erhöhen und Vertrauen (wieder)aufbauen. Neue Wohnformen, wie das im Vortrag vorgestellte Mehrgenerationenhaus könnten hier ein erster Ansatz sein.

Am 4.Tisch ("Wie können innovativ und gleichzeitig produktiv urbane Räume gestalten bzw. Gebäude bepflanzt werden?") diskutierten die Teilnehmer Nutzen und Vorteile, die eine urbane und grüne Stadt ihren Bewohnern bringen kann. Neben dem rein pragmatischen Nutzen der Nahrungsgewinnung - durch das Bepflanzen von Dächern mit Obst und Gemüse - wurde auch der soziale und innovative Wert solcher Begrünungsprojekte erörtert.

FAZIT: China lernt von deutscher und Deutschland von chinesischer Expertise bei nachhaltiger Stadterneuerung

Der Round Table an der Tongji Universität zeigte durch seine vielschichtigen und engagierten Beiträge sowohl die deutsche als auch die chinesische Expertise zum Thema nachhaltige und schonende Stadterneuerung. Besonders in den Bereichen vertikale Stadtbegrünung und zukünftige Wohnformen könnte China eine Vorreiterrolle einnehmen. Deutsche Architekten und Planer besitzen auf der anderen Seite einen großen Erfahrungsschatz in der Umwandlung von grauen urbanen Gebieten, z.B. von ehemaligen Industriegebieten in grüne urbane Lebensräume.

Der detaillierte Austausch zwischen Wissenschaft/Forschung und Architekten, Planern, Soziologen, Beratern und Stadtmachern sowie die sich gegenseitig befruchtende Expertise der Gespräche machten den Round Table zu einem Erfolg. Bei dem abschließenden Netzwerken tauschten sich deutsche und chinesische Teilnehmern weiter inhaltlich aus und unterstrichen den großen Bedarf an Erfahrungsaustausch aber auch den Wunsch nach realen Kooperationsmöglichkeiten beider Seiten. NAX wird hier im Dialog mit seinen Partner bleiben, um u.a. mit dem AUP (College of Architecture and Urban Planning at Tongji University) weitere gemeinsame Projekte anzugehen .

Eine anschließende Führung von Prof. DONG Nannan durch das CAUP (College of architecture and urban Planning at Tongji University) sowie eine Architekturführung über den berühmten Bund in Shanghai rundetet den Tag ab.

 
 

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