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Als NAX-Pate aktiv in Slowenien

KSP Jürgen Engel Architekten in Ljubljana Four Points by Sheraton: Richtungsweisend für die slowenische Architektur

© KSP Jürgen Engel Architekten

Haupteingang mit neuem Erweiterungsbau

 

Neben vier nationalen Standorten ist KSP Jürgen Engel Architekten auch im Ausland vertreten. Die ausländischen Tätigkeiten mit Schwerpunkt Asien werden von Thomas Busse als Geschäftsführer der KSP Jürgen Engel International verantwortet. Seit einigen Jahren ist das Büro auch in Osteuropa erfolgreich tätig, darunter in Riga und Ljubljana. Elena Georgieva war 2017 als Projektleiterin für das Four Points by Sheraton in Ljubljana verantwortlich, worauf zwei weitere Projekte in Ljubljana folgten.

NAX: Frau Georgieva, wie erleben Sie das Arbeiten und den Planungsprozess in Slowenien? Wie unterscheidet er sich vom Planen und Bauen in Deutschland?

Elena Georgieva: Innerhalb der vergangenen zwei Jahre waren wir in drei Projekten in Slowenien involviert. Das ist ein ziemlich schnelles Tempo, wenn man bedenkt, dass wir vorher noch nicht in Slowenien tätig waren und auf keine etablierten Strukturen zurückgreifen konnten. Geplant haben wir nach deutschem Standard. Die Standards beider Länder sind relativ ähnlich, in Deutschland sind sie in manchen Punkten allerdings etwas strenger. Wir haben unserem Bauherrn empfohlen, das Projekt nach deutschem Standard zu planen, weil dieser sich in Deutschland bewährt hat.

NAX: Wie kann sich ein deutscher Architekt auf die interkulturellen Herausforderungen und die wirtschaftlichen Unterschiede und Regularien (Verfahren, Ordnungen und Normen) in Slowenien einstellen? Was sind die größten Hürden?

Elena Georgieva: Slowenien ist ein sehr herzliches Land. Der Kontakt zwischen den Beteiligten ist persönlicher, unkomplizierter und auch spontaner. Die Zusammenarbeit verlief kooperativ. Hürden gab es vor allem sprachliche. Ich stamme aus Bulgarien, verstehe also etwas Slowenisch, kann es aber nicht sprechen. Wir waren sehr dankbar darüber, dass unser Partnerbüro vor Ort u.a. als Übersetzer fungierte. Außerdem existiert dort z.B. keine HOAI, weshalb die Aufträge frei verhandelt werden. Wir überzeugten unseren Bauherrn, nach HOAI zu planen. Um die gewünschte Architekturqualität sicherzustellen, wurde das Leistungsbild im Vertrag, in Anlehnung an die HOAI, genau beschrieben.

 

© KSP Jürgen Engel Architekten

Eingang Konferenzbereich mit Parkplatz

 

NAX: Wie bewältigen Sie dieses Projekt organisatorisch bzw. logistisch? Koordinieren Sie das meiste aus Deutschland oder haben Sie Mitarbeiter vor Ort?

Elena Georgieva: In der Hochphase der Planung reiste ich wöchentlich dorthin. Unser Partnerbüro vor Ort unterstützte uns bei Fragen, die den dortigen Markt betrafen. Wir hingegen übernahmen die Kommunikation mit dem Franchise, der Marriott-Gruppe. Sie haben in Eschborn bei Frankfurt ihren Sitz - das war für uns auch logistisch perfekt. Wir hatten bereits Erfahrung mit der Marriott Gruppe, da wir u.a. ein Moxy-Hotel in Frankfurt geplant haben. Das Projekt Hotel Mons ist für Slowenien ein Prestigeprojekt und auch wegweisend, da sie dort weniger Erfahrung mit dem Thema Design-Hotelketten haben. Dieser Aspekt macht das Projekt spannend, denn es war motivierend für alle Beteiligten, etwas Neues zu erschaffen.

 

© KSP Jürgen Engel Architekten

Spa-Bereich mit Blick in die Natur (Entwurfsplanung)

 

NAX: Wie sind Sie an den Auftrag gekommen? Hatten Sie bereits Bau-Erfahrung in Slowenien oder handelt es sich um KSP's erstes Projekt auf dem slowenischen Markt?

Elena Georgieva: Auf einer Immobilien-Messe kam der Kontakt zum Bauherrn zustande, der für das Hotelprojekt nach einem etablierten und in Deutschland ansässigen Architekturbüro gesucht hatte. Ausschlaggebend waren unsere Hotelreferenzen. Das Four Points by Sheraton ist unser erstes Projekt in Slowenien und gleichzeitig ein Pilotprojekt. Es ist das erste Designhotel einer Hotelkette nach westlichem Standard in Slowenien. Hinzu kommt, dass es sich beim Hotel um einen Bestandsbau von Boris Podrecca handelt, einem international angesehenen Architekten aus Wien. Unser Erweiterungsbau stellt eine besondere Architektur dar, von der erwartet wird, richtungsweisend für die zukünftige slowenische Architektur zu sein.

 

© KSP Jürgen Engel Architekten

Elena Georgieva, Projektleiterin bei KSP Jürgen Engel Architekten

 

NAX: Gibt es besondere Herausforderungen bei diesem Projekt? Welche Besonderheiten waren zu berücksichtigen?

Elena Georgieva: Die Unabhängigkeit Sloweniens liegt ca. 30 Jahre zurück – 2004 traten sie der EU bei. Das Land befindet sich in einem Prozess der Identitätsstärkung. Es ist geprägt von seiner vielseitigen Natur. Slowenien befindet sich zwischen Gebirgen und Meer, man ist innerhalb von zwei Stunden von den Alpen unmittelbar am Meer und dieses Phänomen ist kennzeichnend für das Land. Die Nähe zur Natur war als Bild für das Hotel sehr wichtig, daher haben wir das bei unserem Entwurf und der Fassadengestaltung aufgegriffen. Jedes Land, das sich weiter entwickelt, kann nicht nur aus sich selbst heraus schöpfen. Es wird immer Impulse von außen aufnehmen müssen. Wir Architekten verstehen uns daher auch als Impulsgeber.

NAX: Haben Sie herzlichen Dank für diesen Einblick in die slowenische Bauwelt, Frau Georgieva!

 
 

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