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NAX Report 3/16: Die HEALTH BOX von Nickl & Partner

Die HEALTH BOX von Nickl & Partner Interview mit Prof. Hans Nickl, Nickl & Partner Architekten AG

© Nickl & Partner Architekten AG

Prof. Hans Nickl

 

NAX: Sie sind weltweit seit Jahren mit Nickl & Partner erfolgreich im Krankenhausbau tätig und haben u.a. mit Ihrer Stiftung nickl-foundation eine mobil einsetzbare Gesundheitsstation - die so genannte „Health Box“ - entwickelt, die in Katastrophengebieten und medizinisch unterversorgten Gegenden eine schnelle Gesundheitsversorgung ermöglichen kann. Können Sie uns mehr zu den Hintergründen und der Idee dieses Projektes sagen?
HN: Die Idee der „Health Box“ beruht auf dem Gedanken, eine mobile, schnell einsetzbare und dennoch voll funktionsfähige Einheit zu entwickeln, die sowohl die medizinische Grundversorgung als auch sekundäre Versorgung sicherstellen kann. Wir haben daher ein Wandelement entwickelt, dessen medizin-technische Ausstattung die Bedürfnisse für eine OP, für medizinische Bildgebung oder eine intensiv-medizinische Überwachung decken kann.

 

Diese „Intelligent Wall“ kann in einen Standard-Frachtcontainer integriert werden. Durch die Kombination mit dem Container entsteht ein Modul, das sowohl leicht transportierbar als auch modular erweiterbar ist. Der Einsatzmöglichkeit dieser „Health Box“ sind im Grunde keine Grenzen gesetzt. Ursprünglicher Hintergedanke war die Entwicklung des Moduls für Krisengebiete, zum Beispiel nach Naturkatastrophen oder im Kriegsfall, oder schlecht versorgte ländliche Gegenden in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort könnte die „Health Box“, durch weitere Containerbauten erweitert, als Grundbaustein eines gesamten Modulkrankenhauses in Einsatz kommen. Eine weitere Option ist, die Box in bereits bestehende Strukturen zu integrieren. In dieser Variante sind andere Einsatzorte denkbar, zum Beispiel die Umnutzung bestehender Bauten um die medizinische Versorgung in Regionen geringer Krankenhausdichte sicherzustellen, ein Problem mit dem wir durchaus auch in Europa zu kämpfen haben. Auch die technische Aufrüstung eines bereits bestehenden Krankenhauses durch die „Intelligent Wall“ ist durchaus möglich.

 

© Nickl & Partner Architekten AG

Modellfoto Health Box

 

NAX: Planen Sie die „Health Box“ einzusetzen? Gibt es schon erste praktische Erfahrungen mit ihr?
HN: Die Entwicklung der „Health Box“ ist nun soweit fortgeschritten, dass wir zusammen mit einigen Partnern aus der Industrie an der Realisierung eines Prototyps arbeiten können. Es geht also gewissermaßen in die Phase der Produktentwicklung – eine Arbeitsweise, die für uns Projekt-bezogenen Architekten eher ungewohnt ist. Auf der „Indonesian Hospital Expo“  werden wir das Projekt im Oktober in Jakarta präsentieren und sind gespannt auf die Reaktionen dort.

 

NAX: Abgesehen von diesem Engagement, welche Pläne / Projekte Nickl & Partner aktuell im Ausland?
HN: Aktuell bauen wir unsere Aktivitäten im Ausland intensiv aus. Unser Büro in Peking plant derzeit das Xi’an Reha-Zentrum, im Grunde ein ganzer Reha-Campus, eingebettet in eine weitläufige Parkanlage und an das GaoXin Krankenhaus angeschlossen. Einmal fertiggestellt wird es zu den größten Einrichtungen seiner Art weltweit gehören. Neben den ausländischen Standorten in Zürich und Peking stehen wir außerdem kurz vor der Eröffnung einer indonesischen Dependance. Der südost-asiatische Raum entwickelt sich derzeit mit großer Geschwindigkeit gerade im Healthcare-Sektor und deutsches Know-How wird hochgeschätzt, für uns eine interessante Möglichkeit, Nickl & Partner Asia weiter auszubauen.

NAX: Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten, lieber Herr Prof. Nickl!

 
 

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